Landkomtur Gottfried von Vargula


Gottfried entstammte dem thüringischen Ministerialengeschlecht der Schenken von Vargula, dessen Stammsitz sich im heutigen Großvargula befand. Die Familie gehörte zum Dienstadel der Landgrafen von Thüringen und bekleidete seit dem 12. Jahrhundert das landgräfliche Hofamt des Schenken. Bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts gehörten mit Kunemund und Berthold von Vargula weitere Angehörige des Geschlechts dem Deutschen Orden an.

Gottfried ist erstmals 1290 als Komtur der Deutschordensniederlassung St. Kunigunde in Halle an der Saale nachweisbar. Dieses Amt bekleidete er bis mindestens 1292. Für das Jahr 1290 wird außerdem ein Gottfriedus de Varila als Landkomtur der Deutschordensballei Sachsen geführt.

In den Jahren 1295 und 1296 bekleidete Gottfried das Amt des Landkomturs der Ballei Thüringen. Im Jahr 1296 war er Landkomtur der Ballei Sachsen. In dieser Funktion ist er am 4. September und am 28. Oktober 1296 nachweisbar.

Zwischen 1298 und 1299 war Gottfried erneut Komtur in Halle. Am 29. Juni 1299 gehörte er dem Hallenser Ordenskonvent als Ordensbruder an.

Im Jahr 1300 übernahm Gottfried die Leitung des Deutschordenshauses in Altenburg. Dort führte er den Titel commendator domus Thevthonice in Aldinburch.

Am 10. Dezember 1300 veräußerte Gottfried als Komtur von Altenburg eine Wiesenmühle bei Lödla für dreieinhalb Mark an das Zisterzienserkloster Buch. Der Verkauf erfolgte aufgrund von Schulden des Altenburger Ordenshauses mit Zustimmung des thüringischen Landkomturs Gottfried von Körner und des Altenburger Ordenskonvents. Die Vereinbarung umfasste weitere mit der Mühle verbundene Rechte sowie Bestimmungen über Ansprüche Ottilies, der Stieftochter des Altenburger Bürgers Herold Schreiber.

Als Zeugen traten neben Gottfried von Körner die Ordensbrüder Tilmann, Johannes von Zwickau und Heinrich von Schönburg sowie die Altenburger Bürger Herold Schreiber und Richard von Ronneburg auf. Zu den Zeugen gehörte außerdem Johannes, Priester und Schulrektor in Altenburg. Das Rechtsgeschäft wurde mit dem Siegel des Deutschordenshauses beglaubigt.

Am 28. Dezember 1300 verkaufte Gottfried dem Zisterzienserkloster Buch für 16 Mark den als Fleischzins bezeichneten Zehnten aus drei Hufen Land und den dazugehörigen Hofstätten in Unterlödla. Der Verkauf erfolgte mit Zustimmung des Landkomturs Gottfried von Körner, des Komturs Johannes von Artern in Wallhausen, des Komturs Konrad von Kozzitz in Zschillen sowie mit bischöflicher Genehmigung.

Am 2. Januar 1301 bestätigte Bischof Bruno von Naumburg in Zeitz den Verkauf der Zehntrechte in Lödla. Am 3. Januar 1301 bestätigte der thüringische Landkomtur Gottfried von Körner in Altenburg die von Gottfried von Vargula abgeschlossenen Vereinbarungen über die Mühle und die Zehntrechte. Gottfried wurde dabei weiterhin als Komtur des Deutschordenshauses Altenburg bezeichnet.

Im Jahr 1302 gehörte Gottfried Krug von Vargula dem Deutschordenskonvent in Altenburg als Ordensbruder an.

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