Deutschordensritter Wilhelm von Cortenbach
Wilhelm von Cortenbach wurde um 1568 als Sohn Caspars von Cortenbach und Veronikas Bock von Lichtenberg geboren und hatte drei nachgewiesene Geschwister. Seine Familie besaß Güter und Rechte in Brabant, Jülich, Aachen und Kurköln und war durch die Familie seiner Mutter bereits mit dem Deutschen Orden verbunden.
Am 4. April 1594 bestätigten Melchior von Cortenbach, Frans von Eynatten und Reinhard von Holtrup seine Abstammung und Eignung für die Aufnahme in den Deutschen Orden. Seine Profess erfolgte am 13. April, die förmliche Aufnahme in die Ballei Aldenbiesen des Deutschen Ordens am 17. April 1594. Im Herbst desselben Jahres nahm er an einem Feldzug gegen die Osmanen teil. Von 1598 bis 1603 amtierte er als Statthalter der Kommende Bekkevoort, hielt sich während dieser Amtszeit jedoch in Bernissem auf.
Im Jahr 1603 übernahm er die Kommende Gruitrode, die er bis 1606 leitete. Während dieser Amtszeit entstanden Auseinandersetzungen über die von den Einwohnern zu leistenden Dienste und Abgaben; die damit verbundenen Angelegenheiten reichten bis 1607, als am 28. März eine entsprechende Bittschrift eingereicht wurde.
Am 29. November 1606 wurde Wilhelm von Cortenbach zum Komtur von Bernissem ernannt und blieb dies bis zum Ende seines Lebens. Zwischen 1617 und 1626 prüfte beziehungsweise bestätigte er die Abrechnung des Lütticher Priesters Hendrik Haling und nahm in diesem Zusammenhang auch Geld für einen anderen Komtur entgegen. In den Jahren 1619 bis 1627 wurden innerhalb seiner Familie Erbansprüche auf den Nachlass seiner Eltern und auf damit verbundene Besitzungen und Rechte in Brabant, Jülich, Aachen und Köln gerichtlich behandelt. Im Jahr 1625 wurde außerdem die ältere Teilungsvereinbarung zwischen seinem Vater Caspar von Cortenbach, seiner Mutter Veronika Bock von Lichtenberg und den hinterlassenen Kindern Reinhards Bock van Lichtenberg urkundlich bestätigt.
Wilhelm von Cortenbach trat auch als Kreditgeber auf und lieh dem Magistrat der Stadt Sint-Truiden 5.500 brabantische Gulden, die zur Ablösung beziehungsweise Neuordnung städtischer Verbindlichkeiten verwendet wurden.
In der Umgebung von Bernissem war er zudem in das kirchliche und gesellschaftliche Leben des regionalen Adels eingebunden und erscheint in den Taufregistern von Brustem als Pate eines Kindes aus der Familie Huyn van Amstenrade.
Im Jahr 1648 erhielt Wilhelm von Cortenbach wegen seines hohen Alters vom Kapitel der Ballei Biesen die Erlaubnis, sich nach Neuenbiesen in Maastricht zurückzuziehen und verstarb dort 1652.




Kommentare
Kommentar veröffentlichen