Biographie zum Bild: Hans Ulrich von Stoffeln


Hans Ulrich von Stoffeln entstammte einem alten Hegauer Adelsgeschlecht. Er war ein Sohn des Heinrich von Stoffeln und seiner Ehefrau Ursula von Bodmann.

Im Jahr 1492 trat er in die Ballei Elsass-Burgund des Deutschen Ordens und war von 1512 bis 1528 Komtur in Sumiswald im Emmental. In seine Amtszeit fiel die Vollendung der neuen Kirche der Kommende. Er setzte sich besonders für deren Ausstattung ein und wandte sich an zahlreiche Mitbrüder im Deutschen Orden mit der Bitte um die Stiftung von Glasgemälden und Wappenscheiben für das Gotteshaus.

Unter seiner Leitung entstand ein bedeutender Zyklus von zwölf Glasgemälden, der bis heute zu den herausragenden Beispielen der bernischen Glasmalerei des frühen 16. Jahrhunderts zählt. Hans Ulrich stiftete dabei auch eine eigene Figurenscheibe. Sie zeigt ihn als Deutschordensritter im weißen Ordensmantel, kniend im Gebet vor der heiligen Barbara. In den Händen hält er einen Rosenkranz, zu seinen Füßen befindet sich sein Familienwappen, darüber das Wappen des Deutschen Ordens. Die Inschrift bezeichnet ihn ausdrücklich als:
„Hans Ulrich von Stoffeln, Komtur zu Sumiswald.“
Die Scheibe entstand im Jahr 1512 und befindet sich noch heute in der reformierten Kirche von Sumiswald.

Besonders bemerkenswert ist, dass Hans Ulrich von Stoffeln neben seiner eigenen Stiftung auch das Andenken an die Anfänge der Kommende pflegte. Im Rahmen des Glasgemäldeprogramms ließ er eine weitere Scheibe mit dem Wappen Lütolds von Sumiswald aufnehmen, des mittelalterlichen Gründers der Niederlassung.

Nach seiner Tätigkeit in Sumiswald wirkte Hans Ulrich von Stoffeln von 1534 bis 1543 als Komtur der Kommende Gebweiler im Elsass.

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