Der mittelalterliche Konvent der Deutschordensschwestern in Löbenicht.
Im mittelalterlichen Königsberg, im Stadtteil Löbenicht, befand sich eines der wenigen Frauenklöster des Deutschen Ordens im Preußenland. Die Gründung des Klosters lässt sich in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts datieren, wahrscheinlich um das Jahr 1320. Es entstand unter der geistlichen und administrativen Obhut des Deutschen Ordens und war strukturell dem benachbarten Männerkonvent unterstellt.
Die Gemeinschaft bestand aus Schwestern, die zumeist aus adligen oder wohlhabenden Familien des Ordenslandes stammten. Das klösterliche Leben war geprägt von festen Gebetszeiten und tätiger Nächstenliebe. Die Schwestern widmeten sich insbesondere der Krankenpflege – ein Hospital war dem Kloster angeschlossen – sowie der Versorgung hilfsbedürftiger Stadtbewohnerinnen. Auch die Aufnahme und Betreuung älterer Ordensangehöriger gehörte zu ihren Aufgaben.
Das Kloster lag innerhalb der Stadt Löbenicht, südöstlich der Altstadt von Königsberg. Die bauliche Anlage war eher bescheiden, bestand aber aus einem Wohngebäude für die Schwestern, einem kleinen Hospitaltrakt, Wirtschaftsgebäuden und vermutlich einer eigenen Kapelle. Die Einrichtung wurde durch Stiftungen, Schenkungen und Zuweisungen des Ordens unterhalten, verfügte aber nur über begrenzte Mittel.
Mit der Einführung der Reformation in Preußen unter Hochmeister Albrecht von Brandenburg-Ansbach im Jahr 1525 wurde das katholische Klosterleben in Königsberg rasch beendet. Auch das Frauenkloster zu Löbenicht wurde im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Die verbliebenen Schwestern wurden abgefunden oder in anderen Einrichtungen untergebracht. Die Klostergebäude wurden entweder umgenutzt oder mit der Zeit abgetragen.



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