Die geöffneten Hochmeistergräber von Marienwerder


(zum Film) Im Chor der Kathedrale von Marienwerder wurden die Gräber der Hochmeister Werner von Orseln, Ludolf König von Wattzau und Heinrich von Plauen gefunden. Hierbei deckten sich die Forschungsergebnisse mit Aufzeichnungen dieser Zeit und offenbaren die charakteristischen anatomischen Merkmale, Degenerationen und Krankheiten, unter denen die drei Hochmeister im Laufe ihres Lebens litten.


Aus den Chroniken wissen wir, dass Ludolf König von Wattzau schwere gesundheitliche Probleme hatte. Die DNA-Ergebnisse bestätigten diese Aufzeichnungen und kamen zu dem Schluss, dass Ludolf König von Wattzau eine Veranlagung für Prionenerkrankungen wie die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit und einige Formen von Parkinson und Alzheimer hatte. Qualität und Art der Ernährung wurden anhand biochemischer Knochentests ermittelt. Die Ergebnisse der Untersuchung der beiden Skelette waren vergleichbar mit den Ergebnissen, die bei der Untersuchung der Überreste von Danziger Einwohnern aus derselben Zeit erzielt wurden. Allerdings war das Skelett Heinrichs von Plauen anders – Untersuchungen ergaben, dass seine Ernährung im letzten Jahrzehnt seines Lebens nur aus Milchprodukten bestand, was auf eine Gefängnisdiät hinweisen könnte. Kein Wunder, war der Hochmeister doch wegen Hochverrats inhaftiert.


Dendrochronologische Untersuchungen ermittelten auch die Bestattungsdaten. Beispielsweise stammte das Kiefernholz, aus dem Werner von Orslens Sarg gefertigt wurde, von einem 1325 gefällten Baum (der Meister wurde 1330 von Jan von Endorf ermordet). Unter den Überresten wurden Schnallen und Manschettenknöpfe, wie auch Fragmente von Lederschuhen gefunden. Die Meister wurden in teuren Seidengewändern mit reichen Verzierungen begraben. Es wurden bis zu 30 Seidenarten identifizier. Auch ist es gelungen die Farben der Seide zu bestimmen. Es waren Rot und Indigo, also Farben, die den Mächtigen vorbehalten waren.

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