Biographie zum Bild. - Johann Franz von Lamberg
Johann Franz Raymund Casimir Maria Anna Anton Joseph Peter Reichsgraf von Lamberg wurde am 19. Mai 1716 geboren. Er entstammte einem alten österreichischen Adelsgeschlecht und war ein Sohn des Reichsgrafen Johann Franz Anton von Lamberg und dessen Gemahlin Lucia Waldbott von Bassenheim. Aus der Ehe seiner Eltern gingen drei Söhne hervor, sodass er mit zwei Brüdern aufwuchs.
Seit 1734 wurde sein Eintritt in den Deutschen Orden vorbereitet. Die hierzu gehörenden Familien- und Ordensangelegenheiten erstreckten sich bis 1744. Nachdem die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt waren, wurde Lamberg am 20. April 1745 in Bonn als Ritter in den Deutschen Orden aufgenommen und der Ballei Aldenbiesen zugeteilt.
Bereits am 1. Januar 1746 erhielt er mit Sint-Pieters-Voeren seine erste Kommende. Schon am 26. Oktober 1749 wurde ihm die neu eingerichtete Kommende Aschaffenburg übertragen. Im Jahr 1751 wechselte er dann auf die Kommende Gruitrode.
Am 3. Februar 1752 trat Lamberg im Zusammenhang mit der Wahl eines Koadjutors der Ballei hervor. Er wandte sich schriftlich an den Hochmeister und nahm damit unmittelbar an den inneren Angelegenheiten der Ballei teil. Seine Beteiligung an diesem Vorgang belegt, dass er bereits zu dieser Zeit über die Leitung seiner Kommende hinaus in die Entscheidungsprozesse der Ballei Aldenbiesen eingebunden war.
Im Jahr 1753 erwarb Lamberg die Güter und Herrschaften Ober- und Niederheimbach am Rhein. Damit verfügte er neben den Einkünften aus seinen Ordensämtern und seinen späteren Hof- und Militärstellen über einen eigenen weltlichen Besitzkomplex.
Während der 1750er-Jahre trat Lamberg in den Dienst des Kurfürstentums Mainz. Am Mainzer Hof, wie auch am Hof des Kurfürst-Erzbischofs von Köln, bekleidete er das Amt eines Kammerherrn.
Mit dem Beginn des Siebenjährigen Krieges 1756 gewann seine militärische Laufbahn besondere Bedeutung. Lamberg stand als Offizier und Regimentsinhaber in kurmainzischen Diensten. Das unter seinem Namen geführte Infanterieregiment Lamberg bestand aus 18 Kompanien und umfasste zunächst etwa 2.400, später etwa 3.400 Mann. Kurmainz überließ dieses Regiment gegen Subsidien dem österreichischen Kriegseinsatz. Der Verband nahm während des Krieges unter anderem an den Kämpfen bei Prag, Moys, Breslau und Hochkirch, an der Belagerung von Schweidnitz, an der Einnahme von Dresden sowie an den Operationen bei Maxen teil.
Im Jahr 1757 erhielt Lamberg die Kommende Jungenbiesen in Köln. Während seiner dortigen Amtszeit erscheint Lamberg zugleich als Kammerherr der Kurfürsten von Mainz und Köln, als Offizier der kurfürstlichen Leibgarde, als Oberkommandant eines Infanterieregiments und als Ratsgebietiger der Ballei.
Spätestens 1759 führte Lamberg im kurmainzischen Militär den Rang eines Generalmajors. Am 5. Juli 1759 wurde er mit einem auf den 23. März 1759 zurückdatierten Rang zum kaiserlichen Generalfeldwachtmeister ernannt. Damit trat zu seiner Stellung im Heer des Mainzer Kurfürsten ein Generalsrang in kaiserlichen Diensten.
Nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges im Jahr 1763 wurden die Regimenter Lamberg und Gudenus wieder in die zuvor bestehenden vier kurmainzischen Infanterieregimenter aufgegliedert. Lamberg blieb weiterhin einer der ranghöchsten Militärs des Kurstaates und gehörte aufgrund seiner Stellung der kurmainzischen Kriegskonferenz an. Im Jahr 1766 wurde er zum kaiserlichen Feldzeugmeister befördert, während er zugleich das Amt des kurmainzischen Generalfeldzeugmeisters bekleidete.
Seine militärische Stellung fand auch in einem erhaltenen Geschütz ihren Ausdruck. Eine für den Mainzer Kurfürsten gefertigte Siebenpfünder-Haubitze trug neben dem kurfürstlichen Wappen das Wappen Lambergs und die Inschrift „R. C. G. Lamberg G. F. Z. U. Gou“. Die Buchstaben bezeichneten ihn als Raimund Casimir Graf von Lamberg, Generalfeldzeugmeister und Gouverneur. Die Anbringung seines Namens und Wappens auf dem Geschütz dokumentierte seine leitende Verantwortung für die kurmainzische Artillerie.
Lamberg war inzwischen zum Gouverneur der Stadt und Festung Mainz aufgestiegen. Als militärischer Gouverneur führte er den Oberbefehl über die Garnison und war für die Verteidigung der Residenzstadt sowie ihrer umfangreichen Festungsanlagen verantwortlich. Das Gouverneursamt war zugleich mit dem Vorsitz innerhalb der militärischen Führung des Kurstaates verbunden. Lamberg gehörte damit zu den ranghöchsten Amtsträgern des Kurfürstentums Mainz.
Seine Amtszeit als Komtur von Jungenbiesen endete 1767. Seine Tätigkeit als Ratsgebietiger sowie seine Mainzer Hof- und Militärämter setzte er fort. Neben dem Gouverneursamt führte er den Rang eines kurmainzischen Kammerherrn und wird auch als Inhaber eines Regiments zu Fuß bezeichnet.
Im Jahr 1770 wurde Lamberg die Kommende Bernissem übertragen, zu der er 1771 zusätzlich die Kommende Siersdorf erhielt.
Auch in seinen letzten Lebensjahren blieb Lamberg als Gouverneur von Mainz und als Generalfeldzeugmeister tätig. Bei der kurmainzischen Heeresreform von 1773 gehörte er kraft seiner militärischen Ämter der Kriegskonferenz an. Diese beriet über die Neuordnung der Truppen, die Organisation des Offizierskorps und die Verwaltung der Mainzer Garnison. Lamberg war dadurch bis kurz vor seinem Tod an der Leitung und Weiterentwicklung des kurmainzischen Militärwesens beteiligt.
Johann Franz Raymund Casimir Reichsgraf von Lamberg starb am 3. Oktober 1775 in Mainz. Er wurde in der Benediktinerabtei Jakobsberg beigesetzt. Nach seinem Tod gingen die Herrschaften Ober- und Niederheimbach an seinen Neffen Leopold Raimund von Lamberg über.
- Quellen -
Kaiserliche und k.k. Generale 1618–1815 (Österreichisches Staatsarchiv, PDF) – Nachweis der Ernennungen zum Generalfeldwachtmeister (1759) und Feldzeugmeister (1766) sowie der Lebensdaten.
Kaiserliche und k.k. Generale 1618–1815 (PDF)
Österreichisches Staatsarchiv – Portal des Staatsarchivs, über das die genannten militärischen Quellen bereitgestellt werden.
Österreichisches Staatsarchiv
Deutsche Biographie – Familienartikel „Lamberg“ – Grundlage für die Einordnung des Hauses Lamberg und zur Kontrolle der genealogischen Zusammenhänge.
Deutsche Digitale Bibliothek – Nachweise zu Beständen und Personen der Familie Lamberg sowie Einstieg in einschlägige Archivbestände.
Deutsche Digitale Bibliothek – Franz Anton von Lamberg




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