Joseph Franz von Schaesberg. Ein Ordensritter im Zeitenwechsel


Joseph Franz Anton Arnold von Schaesberg wurde am 13. März 1739 in Düsseldorf geboren. Er entstammte dem rheinischen Adelsgeschlecht von Schaesberg. Sein Vater war Johann Wilhelm Reichsgraf von Schaesberg (1696–1768), Herr zu Kerpen und Lommersum, seine Mutter Rosa Veronica Magdalena Baronin von Westerholt zu Lembeck (1695–1764).

Im Alter von etwa 17½ Jahren trat Schaesberg im September 1756 in den Deutschen Orden ein. Am 22. August 1768 wurde er in Alden Biesen feierlich als Ritter des Deutschen Ordens aufgenommen. Zu den Garanten seiner Ordensaufnahme gehörten Ferdinand Baron von Weichs und Franz Josef Baron von Bentinck. Bereits zuvor, am 24. April 1769, war er mit der Hofstelle Kaekert unter Schaesberg belehnt worden.


Innerhalb des Ordens übernahm er in rascher Folge mehrere Komtureien. Zunächst war er Komtur von Ramersdorf (1776–1778), anschließend Komtur von Ordingen (1779–1785). Parallel dazu bekleidete er weltliche Ämter: Er war Amtmann von Beyenburg und Barmen im Herzogtum Jülich und führte die Titel Herr zu Schaesberg und Bensenrade.

Im Jahr 1779 trat er zeitweise in den Dienst der französischen Flotte und nahm als Offizier am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg teil. Bereits 1781 verließ er diesen Dienst wieder, da er ihm nach eigener Einschätzung keinen nachhaltigen Nutzen gebracht hatte.

Am 22. Januar 1785 erhielt Joseph von Schaesberg die Kommende St. Aegidius in Aachen, deren Komtur er bis 1792 blieb. In dieser Zeit war er zugleich Komtur von Ordingen (1782–1785). Nach 1792 wurde er als Komtur nach St. Pieters-Voeren versetzt, wo er bis 1794 amtierte.

Mit dem Beginn der französischen Besetzung des linken Rheinufers wurde er 1794 zum Komtur von Jungenbiesen in Köln ernannt, ein Amt, das er bis 1809 innehatte. Ab 1805 war er zudem Hauskomtur von Aldenbiesen.

Nach der Aufhebung der Ballei Aldenbiesen zog er sich vollständig auf das Schloss Blatzheim bei Kerpen zurück, das weiterhin im Besitz des Deutschen Ordens verblieben war. Dort lebte er zurückgezogen und ohne weitere Ämter.

Joseph Franz Anton Arnold von Schaesberg starb am 13. November 1812 im Alter von 73 Jahren auf Schloss Blatzheim. Er wurde wenige Tage später, am 18. November 1812, beigesetzt.

Leden van de Duitse Orde in de balije Biesen, Bilzen 1994


Kommentare

Beliebte Posts