Grabplatte des Georg Wilhelm von Elkershausen


Georg Wilhelm von Elkershausen gen. Klüppel, wurde im Jahr 1590 als ältester Sohn des hessischen Ritters Philipp Chuno von Elkershausen gen. Klüppel und dessen Ehefrau Barbara Kunigunde von Heydersdorf geboren. Er entstammte einem alten reichsritterschaftlichen Geschlecht, das im heutigen Landkreis Limburg-Weilburg beheimatet war.

Seine Jugend verbrachte Georg Wilhelm in einer vom Protestantismus geprägten Umgebung. Gemeinsam mit seinem Bruder Andreas besuchte er 1605 das Pädagogium und die Hohe Schule in Herborn, eine der bedeutendsten reformierten Bildungsstätten des Reiches. Während seine Familie dem evangelischen Glauben verbunden blieb, entschloss sich Georg Wilhelm zum Übertritt in den katholischen Glauben.

Im Jahr 1614 erfolgte in Ellingen seine Aufnahme in die Ballei Franken des Deutschen Ordens. Seit 1620 war er Komtur der Kommende Horneck und übernahm zwei Jahre später zusätzlich die Kommende Oettingen.

Nach dem Übergang der Herrschaft Freudenthal an den Deutschen Orden wurde Georg Wilhelm 1625 zum Statthalter der Herrschaften Freudenthal und Eulenberg in Schlesien bestellt. Damit übernahm er die Verwaltung eines ausgedehnten Territoriums, das durch den Dreißigjährigen Krieg schwer belastet war. Seine Aufgabe bestand nicht im militärischen Kommando, sondern in der Sicherung und Wiederherstellung der landesherrlichen Verwaltung. Er ordnete die Finanzen, stellte den Betrieb der landwirtschaftlichen Güter wieder her, sorgte für die Wiederaufnahme des Eisenhütten- und Hammerwerksbetriebes und leitete den Wiederaufbau der wirtschaftlichen Grundlagen der Ordensherrschaft.


Während des Krieges geriet Georg Wilhelm zeitweise in die Gefangenschaft der Truppen Ernsts von Mansfeld. Nach seiner Freilassung nahm er seine Tätigkeit als Statthalter wieder auf und setzte den Wiederaufbau der Herrschaft fort.

Seit 1628 war Georg Wilhelm Kämmerer Kaiser Ferdinands II. Diese Würde brachte ihn in unmittelbare Nähe des Wiener Hofes und machte ihn zu einem Verbindungsmann zwischen dem Deutschen Orden und der habsburgischen Monarchie. Im selben Jahr wirkte er als Gesandter des Deutschen Ordens am Kaiserhof in Prag. Seine Tätigkeit verlagerte sich damit zunehmend von der reinen Territorialverwaltung auf diplomatische und reichspolitische Aufgaben.

1629 wurde er Komtur der Kommende Kapfenburg und schließlich 1636 Landkomtur der fränkischen Ballei.

Seine Amtsführung war von einer außergewöhnlichen Kontinuität geprägt. Über Jahrzehnte hinweg blieb er einer der wichtigsten Verwaltungsbeamten des Deutschen Ordens. Er führte eine gut organisierte Kanzzlei mit juristisch geschulten Schreibern und Sekretären und unterzeichnete oder besiegelte zahlreiche Lehensbriefe, Kaufverträge, Rentenverschreibungen und Verwaltungsakte. Seine Tätigkeit zeigt einen erfahrenen Verwaltungsfachmann.

Neben seinen Verwaltungsämtern übernahm Georg Wilhelm wiederholt Aufgaben im Auftrag des Kaisers. Als kaiserlicher Kommissar leitete er Untersuchungen in komplizierten Erb- und Rechtsstreitigkeiten, hörte Zeugen an, führte Verhandlungen und verfasste umfangreiche Berichte für den Reichshofrat. Seine juristische Erfahrung und seine Fähigkeit, zwischen verschiedenen Parteien zu vermitteln, machten ihn zu einem geschätzten Funktionsträger des Reiches.

Während der letzten Phase des Dreißigjährigen Krieges und insbesondere nach dem Westfälischen Frieden gehörte Georg Wilhelm zu den Vertretern des Deutschen Ordens auf dem Nürnberger Exekutionstag. Dort wurden die Bestimmungen des Friedens praktisch umgesetzt und zahlreiche Rechts- und Verwaltungsfragen geregelt.

Georg Wilhelm blieb seiner Familie eng verbunden und kümmerte sich weiterhin um deren Interessen. Mehrfach kehrte er auf die Stammburg Elkerhausen zurück und hielt den Kontakt zu seinen Geschwistern und Verwandten aufrecht.

Ein besonderes Anliegen war ihm die Bewahrung des Familiengedächtnisses. Im Jahr 1630 stiftete er in der ehemaligen Franziskanerkirche zu Limburg ein monumentales Familienepitaph aus Lahnmarmor. Das Denkmal zeigt rund zwanzig Angehörige des Geschlechts, kniend vor einem Kruzifix, umgeben von zahlreichen Wappen.

Auch in Ellingen hinterließ Georg Wilhelm bleibende Spuren. In der Schlosskirche befinden sich sein eigenes Epitaph sowie seine Aufschwörtafel.

1653 übernahm Georg Wilhelm zusätzlich die Statthalterschaft in Mergentheim und führte selbst in seinen letzten Lebensjahren weiterhin Verwaltungs- und Lehensgeschäfte und nahm repräsentative Aufgaben wahr.

Georg Wilhelm von Elkershausen gen. Klüppel starb 1654 in Ellingen.

- Quellen -

Hopfenzitz, Josef: Die Kommende Oettingen des Deutschen Ordens (1242–1805)., Bonn-Bad Godesberg 1975

Ingrid Krupp: Die Geschichte der Herren von Elkerhausen und ihrer Burgen. In: Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins Gießen, Bd. 67 (1982), S. 9–94 (https://jlupub.ub.uni-giessen.de/server/api/core/bitstreams/53347448-b195-4ae0-ba62-cf56a5cc4d71/content⁠)

Ingrid Krupp: Die Geschichte der Herren von Elkerhausen und ihrer Burgen (Einzelbeitrag, PDF) (https://jlupub.ub.uni-giessen.de/server/api/core/bitstreams/0827ea32-be9d-4fa5-9628-74bc3940c61a/content⁠)

Personendatenbank „Kaiser und Höfe“, Ludwig-Maximilians-Universität München: Georg Wilhelm von Elkerhausen genannt Klüppel (1590–1654), Kämmerer. (https://kaiserhof.geschichte.lmu.de/34153/Georg%C2%A0Wilhelm%C2%A0von%C2%A0Elkerhausen%C2%A0genannt%C2%A0Kl%C3%BCppel%C2%A0%281590%E2%80%931654%29%2C%C2%A0K%C3%A4mmerer⁠)

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