Die Besitzung des Deutschen Ordens vor Antiochia


Die Besitzgeschichte des Deutschen Ordens bei Antiochia beginnt mit Rechten, die dem Orden den wirtschaftlichen Verkehr im Fürstentum ermöglichten. Im März 1219 gewährte Raimund-Ruben, Fürst von Antiochia, dem Meister und den Brüdern des Hospitals Sankt Marien der Deutschen die Freiheit, im gesamten Fürstentum zu kaufen, zu verkaufen sowie zu Land und zu Wasser ungehindert Waren ein- und auszuführen. Diese Rechte galten innerhalb Antiochias ebenso wie außerhalb der Stadt und waren von Abgaben an den Fürsten, seine Amtleute und Pächter befreit.

Den eigentlichen Grundbesitz erhielt der Orden im Januar 1228 von Bohemund IV., Fürst von Antiochia und Graf von Tripolis. Er schenkte dem Deutschen Orden eine vor den Mauern Antiochias gelegene Mühle, die unterhalb der Mühle des Patriarchen gelegen war. Die Mühle besaß drei Mahlsteine und der Orden erhielt das Recht einen vierten Mahlstein einzusetzen.

Mit der Mühle gingen sämtliche zugehörigen Nutzungsrechte auf den Orden über. Dazu gehörten die Wasserrechte, die Fischereirechte, die Renten sowie alle weiteren Gerechtsame. Außerdem durfte der Orden die üblichen Mahlgebühren erheben, ohne dass der Fürst oder seine Erben hiergegen Einspruch erheben konnten.

Zur Schenkung gehörten außerdem der bei der Mühle gelegene Weinberg, die dazugehörige Kelter beziehungsweise Weinpresse sowie das Land, auf dem der Weinberg lag. Mühle, Weinberg, Kelter und Land bildeten damit einen wirtschaftlich geschlossenen Besitzkomplex vor den Mauern Antiochias.

Im Juni 1228 gewährte Bohemund IV. dem Deutschen Orden darüber hinaus eine jährliche Geldzuweisung aus seinen Einkünften an der Fonde und der Kette von Akkon. Diese Stiftung stand im Zusammenhang mit der Förderung des Ordens durch den Fürsten und war ausdrücklich zur Unterstützung des Burgenbaus bestimmt.

Auch spätere Besitzverzeichnise des Ordens nennen diese Besitzungen noch. 

Mit der Einnahme Antiochias durch Sultan Baibars im Jahr 1268 endete die lateinische Herrschaft über die Stadt und der Orden verlor seine hiesigen Besitzungen.

- Quellen -

Prutz, Hans: Die Besitzungen des Deutschen Ordens im Heiligen Lande, Leipzig 1877.

Strehlke, Ernst: Tabulae Ordinis Theutonici ex tabularii regii Berolinensis codice potissimum, Berlin 1869.

Strehlke, Ernst: Tabulae Ordinis Theutonici. Urkundenbuch zur Geschichte des Deutschen Ordens, Berlin 1869.

Röhricht, Reinhold: Regesta Regni Hierosolymitani (MXCVII–MCCXCI), Innsbruck 1893.

Röhricht, Reinhold: Geschichte des Königreichs Jerusalem (1100–1291), Innsbruck 1898.

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