Deutschordensritter Sigmund Ramung


Sigmund Ramung entstammte einer steirischen Adelsfamilie aus Judenburg. Er wurde erstmals im Jahr 1387 urkundlich erwähnt. Sein Vater hieß Jakob Ramung, und die Familie gehörte zu den angesehenen Ministerialengeschlechtern der Steiermark. Sigmund hatte einen Bruder namens Tybold. Gemeinsam bestätigten die Brüder eine Stiftung ihres verstorbenen Vaters für die St.-Sigmund-Kapelle in Judenburg.

Vermutlich trat Sigmund einer Familientradition folgend in den Deutschen Orden ein. Seine erste sichere Erwähnung als Ordensmitglied stammt aus dem Jahr 1404. Wahrscheinlich war er bereits zuvor nach Preußen gekommen und diente dort dem Orden. Der Historiker Johannes Voigt identifizierte ihn mit dem Vogt von Leske, der zwischen 1404 und 1407 dieses Amt innehatte.

Im Jahr 1407 hatte Sigmund bereits eine bedeutende Stellung erreicht: Er wurde Komtur von Mewe. Drei Jahre später nahm er an einem der einschneidendsten Ereignisse der Ordensgeschichte teil – der Schlacht bei Tannenberg im Jahr 1410.

Schon 1412 wurde Sigmund vom Hochmeister mit einer wichtigen diplomatischen Mission betraut. Er reiste zu den deutschen Fürsten und vertrat dort die Interessen des Ordens. Er sollte Unterstützung im Konflikt mit Polen und Litauen gewinnen und insbesondere auf Herzog Albrecht von Österreich einwirken. Ob diese Gesandtschaft erfolgreich war, ist nicht überliefert.

Auch im Jahr 1413 war Sigmund erneut als Gesandter tätig. Nach seiner Rückkehr nach Österreich wird es zunächst ruhiger um ihn und im Jahr 1416 finden wir ihn dann als Komtur des Deutschen Hauses in Laibach.

Im März 1418 wurde Sigmund Landkomtur der Ballei Österreich. Die Lage des Ordens war damals schwierig. Vor allem das Haus in Wien war hoch verschuldet. Die Verbindlichkeiten gegenüber Wiener Bürgern waren so groß geworden, dass Herzog Albrecht sogar die Schließung der Wiener Kommende beantragte.

Sigmund Ramung erwies sich nun als geschickter Diplomat und Verwalter. Er nahm Verhandlungen mit dem Herzog auf und konnte ihn davon überzeugen, dem Verkauf von Ordensgütern zuzustimmen. Dadurch gelang es, die finanziellen Probleme zu entschärfen und die Auflösung des Deutschen Hauses in Wien abzuwenden.

Seit dem Jahr 1421 wird Sigmund außerdem als Verweser der Wiener Kommende genannt. In den folgenden Jahren organisierte er zahlreiche Verkäufe von Besitzungen des Ordens, um die Schuldenlast weiter zu verringern. Obwohl seine Amtszeit nicht sehr lang war, gelang es ihm, die wirtschaftliche Situation der österreichischen Ballei deutlich zu verbessern.

Im Jahr 1424 legte Sigmund das Amt des Landkomturs nieder. Als Anerkennung für seine Verdienste erhielt er auf eigenen Wunsch erneut die Kommende in Laibach, wo er bis zum Jahr 1426 tätig war.

Aus diesem Jahr stammt auch die letzte Nachricht über ihn. Von seiner Heimatstadt Judenburg aus schrieb Sigmund Ramung einen Brief an den Hochmeister des Deutschen Ordens. Danach verliert sich seine Spur. Da er zu diesem Zeitpunkt bereits über sechzig Jahre alt gewesen sein dürfte, geht die Forschung davon aus, dass er kurz darauf gestorben ist.

- Literatur -

Helga Schuller, „Zwei steirische Deutschordensritter. Zur Personengeschichte der Ballei Österreich im 15. Jahrhundert“ (Blätter für Heimatkunde 51, 1977, S. 7–12)

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