Deutschordensritter Johann Josef van der Noot


Johann Josef van der Noot entstammte dem alten brabantischen Adelsgeschlecht van der Noot. Er war ein Sohn von Rogier (Roger-Wauthier) van der Noot, Baron von Kapellen, und Anna Louise van der Gracht, Freifrau von Cortenbach. In älteren Ordensverzeichnissen wird als Geburtsjahr 1679 angegeben; diese Angabe ist jedoch nach heutigem Forschungsstand nicht haltbar. Ein Eintrag im Taufregister der Stiftskirche St. Michael und St. Gudula in Brüssel belegt die Taufe eines Joës Josephus van der Noot am 12. Februar 1683 als legitimen Sohn der genannten Eltern. Da die Eltern erst 1681 verheiratet wurden, ist von einer Geburt Ende Januar oder Anfang Februar 1683 auszugehen.

Am 23. April 1697 nahm das Balleikapitel von Aldenbiesen van der Noot als Kandidaten an. Als Garanten für seine Aufnahme sind am 28. September 1699 belegt: Maximilian Heinrich von Renesse, Bernhard Ernst von Hoen, Franz Hyazint von Renesse, sowie Anton Baron von Lynden. Am 2. Mai 1707 erfolgte seine formelle Aufnahme in den Deutschen Orden in der Ballei Alden Biesen.

Innerhalb des Ordens bekleidete van der Noot im weiteren Verlauf mehrere Ämter. Er war zunächst Statthalter von Ramersdorf (1719–1721), anschließend Komtur von Sint-Gillis in Aachen (30. Juni 1721–1729), danach Komtur von Jungenbiesen in Köln (1729–1736), Komtur von Bernissem (1736–1744) und schließlich ab 1744 Komtur von Gemert, was er bis zu seinem Tode blieb. 


Neben seiner Ordenslaufbahn ist belegt, dass Johann Josef van der Noot den Rang eines Obersten eines Reiterregiments innehatte. Über konkrete militärische Einsätze oder das Regiment selbst liegen jedoch keine weiterführenden, gesicherten Einzelangaben vor. Er starb am 30. November 1763 in Brüssel.

Die Einbindung in ein hochrangiges familiäres Umfeld ist quellenmäßig gut fassbar: Sein Vater Rogier-Wauthier van der Noot (1644–1702) war Baron von Carloo und Bürgermeister von Brüssel; ein Onkel, Philip Erard van der Noot, amtierte als Bischof von Gent. Diese familiären Verbindungen erklären die frühe Aufnahme in den Deutschen Orden, ohne dass darüber hinausgehende politische oder kirchenrechtliche Sonderrollen für ihn belegt wären.

* Leden van de Duitse Orde in de balije Biesen. Bilzen 1994

* Ahnenprobe im DOZA

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