Aufschwörschild des Landkomturs Johann Jakob von Dhaun


Johann Jakob Graf von Dhaun entstammte dem alten Adelsgeschlecht der Herren und späteren Grafen von Daun, dessen Wurzeln im Raum Trier lagen und das sich im Laufe der Zeit in mehrere Linien verzweigte, darunter auch eine in Niederösterreich. Sein Vater Karl von Daun war mit Agnes von Hagen verheiratet und gelangte durch diese Ehe in den Besitz der Herrschaften Sachsenheim und Hollenfels.

Bereits 1627 ist Johann Jakob von Dhaun als kurfürstlich-mainzischer Rittmeister und Hofrat nachweisbar. Zugleich bekleidete er das Amt des Amtmanns zu Dieburg. Seine Laufbahn war eng mit Erzherzog Leopold Wilhelm von Österreich verbunden, an dessen Hof er als Kämmerer, Geheimer Rat und Oberststallmeister diente. Als Leopold Wilhelm 1641 das Amt des Hochmeisters übernahm, gehörte Johann Jakob bereits zu dessen engstem Umfeld.
Am 30. Januar 1629 erfolgte seine Aufnahme in die Ballei Österreich des Deutschen Ordens.

Dieses Ereignis ist durch den erhaltenen Aufschwörschild in Friesach überliefert, dessen Inschrift besagt:

A(nn)o. 1629. den. 30. Jan(nuar)
Ist der w(o)ledel und gestr(eng) Johan(n) Jacobu(s) Dhaun, Chur(fürstlich) Mainz(erischer) Rittm(eister) und Ambt(mann) tzu Diepp(urg) in R(itterlichen). T(eutschen). O(rden). eingekleit worden.

 Er war Komtur zu Wien, Wiener Neustadt, Graz und Groß-Sonntag. Seit 1642 stand er als Landkomtur an der Spitze der Ballei Österreich. 
1651/52 führte er die Verhandlungen über den Tausch des abgelegenen Ordensbesitzes St. Johann bei Herberstein gegen die näher bei der Kommende Groß-Sonntag gelegenen Güter Meretinzen und Großkaag. Der Vertrag wurde Ende 1652 geschlossen und 1656 durch Hochmeister Leopold Wilhelm bestätigt. Diese zeigt seine auf eine wirtschaftlich günstigere und besser verwaltbare Besitzstruktur ausgerichtete Amtsführung.

Im Jahr 1643 erhielt Johann Jakob von Dhaun eine erbländische Standeserhöhung. Damit verbunden war eine Wappenbesserung, bei der das Stammwappen der Daun mit dem Wappen der Familie von Sachsenheim vereinigt wurde. Zugleich führte er fortan den Titel „zu Sachsenheim und Kallaborn“.

Einen weiteren Höhepunkt seiner Laufbahn erreichte er 1655, als Kaiser Ferdinand III. ihn gemeinsam mit seinem Bruder Philipp Ernst von Dhaun in den Reichsgrafenstand erhob. Zwei Jahre später, 1657, erfolgte seine Aufnahme in die niederösterreichischen Landstände und damit seine endgültige Eingliederung in den Herrenstand der habsburgischen Erblande.

Nach achtzehnjähriger Amtszeit legte Johann Jakob von Dhaun 1660 das Amt des Landkomturs der Ballei Österreich nieder und verstarb noch im selben Jahr.

Leitner, Friedrich Wilhelm. „Aufschwör-, Amts- und Totenschilde in der Deutschordenskirche zu Friesach in Kärnten“. In: Rudolfinum. Jahrbuch des Landesmuseums für Kärnten, Jg. 2005


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