Das Dormitorium und die Betten der Ordensbrüder.
(zum Film) Das Dormitorium ist der Schlafsaal eines Klosters oder einer Kommende. Doch bei unserer Betrachtung desselben, müssen wir uns von unseren Vorstellungen verabschieden. Ja, es handelte sich um einen großen Saal. Doch dieser Saal war in verschiedene Räume unterteilt. Diese waren ursprünglich aus Holz und später aus Fachwerk. Je nach Größe des Dormitoriums lagen diese Räume, auch Zellen genannt, auf einer oder beiden Seiten eines Flures. In der Nacht brannte auf dem Flur, wie von der Ordensregel vorgegeben, ein Licht. Dies war von praktischer Bewandnis. Denn wenn die Ordensbrüder in der Nacht zum Chorgebet mussten, sollten sie nicht unbedingt übereinander fallen. Auch zur Verrichtung einer größeren Notdurft sollte man den Weg finden können.
Die Zelle betrat man durch eine Tür. Diese hatte zwar einen Riegel, gleich einer Türklinke, war aber nicht verschließbar. Häufig befand sich in der oberen Hälfte ein Holzgitter, so dass etwas Tageslicht auf den Flur gelangen konnte, die Zelle aber auch jederzeit einsehbar war. Und die Bezeichnung 'Zelle' trifft es sehr gut, denn der Raum war sehr klein. Nur zum Schlafen gedacht, braucht man nicht viel Platz. Zumeist mit einem Fenster ausgestattet, war dieses mit einer Verschlusslade versehen und später auch mit Glas. Hierbei handelte es sich jedoch um milchige Buzenscheiben. Diese ließen zwar Licht herein, aber heraus schauen konnte man nicht. Mangels dem Luxus eines Kohlebeckens, wurde es im Winter entsprechend kalt.
In der engen Zelle befand sich ein Bett (siehe unten) und eine Truhe, die nicht abgeschlossen werden konnte, wie es die Ordensregel vorsah. Schränke waren im Mittelalter unüblich. Kleidung und andere Habseligkeiten wurden in Truhen aufbewahrt. Möglicherweise befanden sich an der Wand noch Haken oder eine Stange, über die man seine Kleider legen konnte. Auch dies war im Mittelalter durchaus üblich.
Auf der Truhe abgestellt war wohl noch eine Schüssel und ein Krug mit Wasser. Diese dienten der Körperhygiene. Dazu gehörte selbstverständlich noch ein Handtuch. Vielleicht gab es noch einen Nachttopf unter dem Bett. Einen Nachttisch kannte man noch nicht. Mit Sicherheit können wir aber noch ein Talglicht oder einen Kienspan mit Halter annehmen. Es war also ziemlich finster ohne Tageslicht. Machen Sie in der Dunkelheit ein Teelicht an und sie gewinnen einen Eindruck.
Was in der Zelle gefehlt haben dürfte, dass war wohl jeglicher Wandschmuck und damit auch ein Kreuz.
Die ganze Konstruktion war überaus hellhörig. Das Schnarchen des Nachbarn dürfte so manchen Ordensbruder genervt haben, ermöglichte jedoch ein Minimum an Privatsphäre. Hierbei handelte es sich jedoch nicht um einen Luxus des Deutschen Ordens, vielmehr war dies in allen Klöstern üblich. Lediglich den Oberen war ein eigenes Appartement zugestanden. Dieses war jedoch zugleich Verwaltungszentrum. Hier fanden Besprechungen statt, wurden Dokumente und Gelder unter Verschluss gehalten und wichtige Gäste empfangen.
Das ganze klingt heute sehr befremdlich, doch ich selbst habe in den 1990er Jahren noch eine 'Zelle' von ca. 5x3 Metern, mit einem Bett, einem Schrank, einem kleinen Tisch, einem Stuhl und einem Waschbecken mit nur kaltem Wasser bewohnt. Das Fenster hatte 'Einfachverglasung' und die Leistung der Heizung hielt sich in Grenzen. Ein Raum, den man halt nur zum Schlaf aufsucht.
Das Bett
"...genüge den Brüdern als Bettzeug ein Bettsack, ein Tuch, ein Laken und eine Decke aus Leinen oder Wollstoff und ein Kopfkissen." (Prima Regula)
Entgegen vieler Behauptungen, war das Bett im Mittelalter und der Neuzeit kein Luxusartikel. Eine Dissertation aus Lüneburg, wie auch Quellen aus Nürnberg, belegen das Gegenteil.
Aufgebaut war das Bett ähnlich wie heute. Doch gab es kein Lattenrost, sondern Lederriemen oder Seile. Auf diese wurde ein Strohsack gelegt, bestehend aus festem Tuch, wie z. B. Segeltuch. Über diesen Strohsack kam eine Art Matratze. Diese war ein Leinensack, der feste mit Daunen oder Federn gefüllt wurde. Wie auch heute, so wurde die Matratze mit einem Bettuch aus Leinen oder anderem Material bespannt.
Ein Unterschied zu heute waren die Polster. Man schlief recht hoch, da man dies für gesund hielt. Diese Polster waren jedoch nur zur Stütze und wurden mit kleineren Kopfkissen belegt. Beide waren gewöhnlich mit Daunen oder Federn befüllt. Die Schlafhöhe ist übrigens auch der Grund für die häufige Bettkürze.
Wir finden zwar keine Beschreibung der Brüderbetten, doch können wir von normalen Betten der Durchschnittsbevölkerung ausgehen.
Aufgebaut war das Bett ähnlich wie heute. Doch gab es kein Lattenrost, sondern Lederriemen oder Seile. Auf diese wurde ein Strohsack gelegt, bestehend aus festem Tuch, wie z. B. Segeltuch. Über diesen Strohsack kam eine Art Matratze. Diese war ein Leinensack, der feste mit Daunen oder Federn gefüllt wurde. Wie auch heute, so wurde die Matratze mit einem Bettuch aus Leinen oder anderem Material bespannt.
Ein Unterschied zu heute waren die Polster. Man schlief recht hoch, da man dies für gesund hielt. Diese Polster waren jedoch nur zur Stütze und wurden mit kleineren Kopfkissen belegt. Beide waren gewöhnlich mit Daunen oder Federn befüllt. Die Schlafhöhe ist übrigens auch der Grund für die häufige Bettkürze.
Ein zweites Lacken wurde nun aufgelegt, welches um die Bettdecke geschlagen wurde, die zumeist aus Wolle bestand.





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