Villa Eugen - Sommerresidenz der letzten Habsburger-Hochmeister


Hochmeister Wilhelm von Österreich (1827–1894) verbrachte seine Jugend auf der unweit gelegenen Weilburg seines Vaters und blieb zeit seines Lebens der Stadt Baden, bzw. der Gemeinde Weikersdorf, verbunden.

Zumeist wohnte Wilhelm während der Sommer in der Weilburg. In den 1850er Jahren zog er dann in das von seinem Bruder Albrecht (1817–1895) neu erbaute Stöckl. Ab 1882 betrieb Hochmeister Wilhelm sein Vorhaben, in nächster Nähe zur Weilburg, etwa 300 Meter entfernt, am Fuße des Kleinen Lindkogels, seine eigene Sommerresidenz zu errichten. Von 1883 bis 1886 wurde die Villa von Franz von Neumann (1844–1905) als Jagdschloss geplant; unter der Bauführung des Wiener Baumeisters Paul Wasserburger (1824–1903) 1886 die Benützungsbewilligung erteilt. 1894 kam die Liegenschaft dann als Erbe an Erzherzog Eugen von Österreich (1863–1954), dem Neffen Wilhelms und neuen Hochmeister des Deutschen Ordens. Bis heute ist er Namensgeber der großen, unregelmäßigen Anlage mit zweigeschoßigen Nebengebäuden.

Das zweigeschoßige Hauptgebäude, über abfallendem Terrain, wird von steilen Schopfwalmdächern bekrönt. Charakteristisch sind Risalite und Türme, einer offenen Loggia an der Südost-Ecke, helle Sichtziegelmauerflächen und reiches späthistoristisches Dekor sowie, in den Giebelzonen, Fachwerk- und Holzbauelememente. Stiegenhaus und Foyer des Obergeschoßes tragen Tonnengewölbe mit reichem Netzrippengeflecht, Mulden- und Klostergewölbe sowie großteils stuckverzierte Flachdecken über hoher Kehlung.

Im Süden befanden sich Wirtschaftsgebäude mit Dienstwohnungen. Das gesamte Areal ist durch einen umlaufenden Gitterzaun mit Einfahrtsportal im Osten (prächtiges neobarockes Schmiedeeisenportal mit abschließender Krone über der Initiale „W“ des Erbauers) abgeschlossen.

Nach 1945 verfiel das Anwesen, steht aber heute unter Denkmalschutz. Die Villa Eugen befindet sich heute an der Weilburgstraße 103-105, 2500 Baden, Österreich. 

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