Johannes von Marienwerder - Wegbegleiter der Seligen Dorothea


Johannes wurde 1343 in Marienwerder geboren und besuchte die dortige Domschule, deren Kirche gleichzeitig die Kathedrale des Bistums Pomesanien war.

Zum Studium begab er sich nach Prag, wo er 1367 den Baccalaureat und 1369 den Lizentiat erwarb. Nun das Theologiestudium beginnend, war er auch als Professor tätig, wurde 1373 zum Priester geweiht und 1374 zum Dekan der Artistenfakultät gewählt. Wohl bereits zu dieser Zeit Kanoniker am Allerheiligen-Stift, wurde er 1375 Baccalaureus 'cursor' und 1377 Baccalaureus 'formatus'. Seit 1380 dann Lizentiat der Theologie, wurde er 1384 Theologieprofessor. Aus dieser Zeit sind verschiedene kurze Predigten überliefert, wie auch seine Freundschaft zu Heinrich Totting von Oyta und Matthäus von Krakau.

1387 kehrte Johannes von Marienwerder in seine Heimat zurück. Vielleicht reizte ihn der Aufbau der 1386 begründeten Universität von Kulm, vielleicht auch die Domherrenstelle in Marienwerder. Bestimmt aber waren auch die Streitigkeiten innerhalb des Professorenkollegiums dafür verantwortlich. War er in seiner Haltung doch klar in der katholischen Lehre beheimatet und lehnte die hier um sich greifende Lehre Wyclifs ab. Jedenfalls verzichtete er 1387 auf sein Kanonikat in Prag, trat in den Deutschen Orden ein und legte noch im gleichen Jahr in der Kathedrale von Kulm seine Gelübde ab, wozu sogar Matthäus von Krakau anreiste.

Schon 1388 wählte ihn das Domkapitel von Pomesanien zu seinem Dekan, womit er wieder in seiner Heimat angelangt war. Propst des Kapitels war der gelehrte Johannes Rymann, der gemeinsam mit ihm aus Prag zurückgekehrt war. Auch unterhielt er enge Beziehungen zu seinem Bischof, Johannes Mönch, der ebenfalls im Ruf der Gelehrsamkeit stand.

Mit Johannes Rymann wirkte er als Beichtvater und Seelenführer der Eremitin und Mystikerin Dorothea von Montau. Täglich besuchte Johannes von Marienwerder diese. Sie schilderte ihm ihre Visionen, die er, wie auch andere Äußerungen, in Stichworten niederschrieb. Als diese 1394 verstarb, bemühte er sich um ihre Heiligsprechung. Überhaupt muss er von dieser Frau tief beeindruckt gewesen sein, schrieb er doch mehrere Biographien über sie. Von besonderer Bedeutung sind zudem seine Werke über das Apostolische Glaubensbekenntnis und über das Vaterunser.

Johannes von Marienwerder verstarb am 19. September 1417 in Marienwerder und wurde in der dortigen Kathedrale beigesetzt. 

P. Damian Hungs OT

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