26. Februar: Tag der Glaubenszeugen des Deutschen Ordens


Die traurigen Geschichten vieler Brüder, Schwestern und auch Familiaren im 20. Jahrhundert sind immer in der Erinnerung des Ordens geblieben. Seit vielen Jahren schlägt das Direktorium des Deutschen Ordens am 26. Februar einen Tag im Gedenken an die „Glaubenszeugen“ des Deutschen Ordens, Märtyrer und Bekenner vor: Ordensbrüder, Schwestern und Familiaren. Die Wahl des Tages ist nicht zufällig: Im Jahre 1952 kam es vom 25. bis 27. Februar in Troppau zu dem berüchtigten Schauprozess, an dem neun Deutschordensschwestern schwerer Verbrechen angeklagt wurden; einzelne Schwestern waren nach groben in Gefängnissen und bei polizeilichen Verhören erlittenen physischen und psychischen Misshandlungen und Folterungen derart zermürbt, dass sie die ihnen unterstellten Verbrechen im Prozesssaal vor ideologisch aufgeheiztem Publikum sogar öffentlich zugaben: erfundene, unmenschliche und unwürdige Gräueltaten, die zu benennen einem widerstrebt; dazu die Anklage auf Hochverrat und Spionagetätigkeit. Provinzoberin Sr. Antonia Wittek wurde zu 15 Jahren Kerker, Hausoberin Sr. Helene Knaibl zu 10, Sr. Klothilde Morawetz zu 7, Sr. Gisela Wanke und Sr. Koleta Benová zu 6, Sr. Remigia Axmann zu 5, Sr. Reineria Podmanitzky zu 4, Sr. Innozentia Dittmer zu 2 und Sr. Virgilia Morawetz zu 1 Jahr Kerker verurteilt.
Offensichtlich sah man in späteren Jahren die Ungerechtigkeit dieser Verurteilungen ein und amnestierte die Schwestern nach und nach. Provinzoberin Sr. Antonia blieb knapp acht Jahre in Haft. Die Unterdrückung dauerte während der ganzen kommunistischen Zeit an, wurde aber in den späteren Jahren etwas gemildert. Durch Beschluss des Kreisgerichtes Troppau vom 13.12.1990 wurden die Gerichtsurteile aufgehoben und die Schwestern rehabilitiert, drei Schwestern erreichte die Rehabilitierung noch lebend.
In dem angeführten Schauprozess wurde auch der Familiarenpriester des Deutschen Ordens, Pfarrer Jindřich Stuchlík wegen Unterstützung des Deutschen Ordens zu 12 Jahren Isolationshaftmit Schlaf-und Nahrungsentzug verurteilt. Nach Verbüßung der Haftstrafe, die dauerhaftschwere körperliche und seelische Schäden zurückließ, vertrat er den Orden als Statutar und verstarb am 9. Juli 1997 in Troppau.
 
Zu den Märtyrern und besonders verfolgten Mitgliedern des Deutschen Ordens im 20. Jahrhundert zählen:
Sr. Imgardis Šmuk, Handarbeitslehrein (56 J) + Dez. 1940
P. Gvido Krisch, Ordenspriester (58 J) + 09.06.1941
P. Anselm Polak, Pfarrer (59 J) +17.10.1942
P. Norbert Klement, Kaplan (32 J) +29.11.1942
P. Ivan Salmič, Kaplan (29 J) +13.11.1943
P. Rajner Erklavec, Pfarrer (51 J) +30.08.1944
P. Heribert Kluger, Religionsprofessor (64 J) +18.01.1945
fr. Marjan Ogrinc, Laienbruder-Gärtner (31 J) +Mai 1945
fr. Vojteh Weiss, Klerikernovize (23 J) +Mai 1945
fr. Vladimir Butkovič, Klerikernovize (23 J) +Mai 1945
fr. Gabrijel Novak, Laienbruder-Sakristan (22 J) +Mai 1945
P. Dr. Ing. Stanislaus Dostál, Pfarrer, Prior (77 J) +26.08.1949
P. Valerijan Učak, Prior (66 J) +19.09.1949

(Aus "Elisabethkirche Newsletter Nr. 176, 20.02.2026")

Kommentare

Beliebte Posts